Fotografie von hintereinander geparkten Bundeswehr-Fahrzeugen© Bundeswehr
SAP für die Bundeswehr

SASPF – digitales Rückgrat für Logistik und Verwaltung

2 min
11. März 2026

Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familie, kurz SASPF. Was sperrig klingt ist in der täglichen Arbeit zehntausender Soldatinnen und Soldaten unverzichtbar. SASPF ist das primär auf SAP basierende Enterprise-Resource-Planning-System der Bundeswehr, eines der größten in Europa. Die BWI betreibt es und entwickelt es stetig weiter, um Effizienz und Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte zu steigern.

Damit die richtige Ressource zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, setzen Organisationen weltweit Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) ein und steuern damit ihre Schlüsselprozesse - Auch die Bundeswehr. Vor rund 20 Jahren hat sie begonnen, ihre gewachsene IT-Landschaft auf SAP umzustellen, um Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen und fragmentierte IT-Insellösungen abzulösen. Ob pünktliche Zahlung von Gehältern, Instandsetzung von Fahrzeugen und Gerät, Beschaffung von Material oder Personal-Management und Recruiting: Wozu früher mehrere hundert verschiedene Fachanwendungen notwendig waren, gibt es heute ein integriertes System. In ihm laufen alle Fäden aus Administration, Logistik und Personalwirtschaft zusammen. Mit derzeit rund 90.000 Nutzerinnen und Nutzern ist SASPF eine der größten SAP-Systemlandschaften Europas.

Zwei Jahrzehnte Digitalisierungspartnerschaft

Seit Begin der Einführung begleitet die BWI die Bundeswehr bei SASPF: angefangen vom Rollout der Software, über die Schulung der Anwendenden und dem täglichen Support, bis hin zur Weiterentwicklung des Systems. In der Folge realisierten BWI und Bundeswehr mit SASPF komplexe und architektonisch anspruchsvolle Projekte, was in vielen alltäglichen Arbeitsabläufen sichtbar wird. 2009 etwa geht mit der 1. Panzerdivision erstmals ein Großverband mit SASPF in den Einsatz. Dieser Rollout galt als Modell für viele weitere logistische Vorhaben. Auch moderne digitale Services basieren auf dem System. Das Projekt E-Recruiting beispielsweise ermöglicht Interessierten heute eine vollständig digitale Bewerbung bei der Truppe. Für das zentrale Materiallager der Bundeswehr, das von einem externen Logistiker betrieben wird, hat die BWI eine Schnittstelle geschaffen zwischen bestandsführenden IT-Systemen und denen des Dienstleisters. Das Ziel: Lieferketten effizient steuern und Bestände transparent verwalten zu können. Selbst große organisatorische Vorhaben, wie etwa der neue Wehrdienst, wären ohne die digitale Prozessbasis von SASPF kaum realisierbar gewesen.

S/4HANA: der nächste Technologiesprung

Ein Schritt für die Zukunft ist derzeit ist die Umstellung auf S/4HANA, die nächste Generation der SAP Business Suite, auf dem die SASPF-Systemlandschaft der Bundeswehr heute größtenteils basiert. Gemeinsam mit Bundeswehr und SAP stellt die BWI die SAP-Plattform der deutschen Streitkräfte auf die neue Software um. Damit soll die IT-Unterstützung von logistisch-administrativen Prozesse langfristig leistungsfähig und flexibel gehalten werden. Die fortschreitende Digitalisierung der Bundeswehr und die erhöhten Anforderungen, abgeleitet aus der aktuellen weltpolitischen Lage, wirken sich auch auf die implementierten Geschäftsprozesse aus. Die eingesetzten Systeme müssen immer größere Datenmengen bewältigen, immer kürzere Entscheidungszyklen abbilden und immer schneller an die sich ändernden Anforderungen angepasst werden können.

S/4HANA bietet dafür eine neue technologische Basis. Die Plattform nutzt eine In-Memory-Datenbank, bei der Daten direkt im Arbeitsspeicher verarbeitet werden. Dadurch lassen sich Analysen und Simulationen nahezu in Echtzeit durchführen. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit, schnellere Auswertungen und präzisere Entscheidungsgrundlagen. Zudem können externe Datenquellen integriert werden, etwa Sensordaten aus dem Internet of Things. So entstehen neue Möglichkeiten für datenbasierte Prognosen und optimierte logistische Prozesse. Ein wichtiger Schritt ist bereits erfolgt: Das Personalwirtschaftssystem der Bundeswehr wurde im Oktober erfolgreich auf S/4HANA migriert. Logistik- und Finanzsysteme folgen schrittweise.

Digitalisierung im ERP-Team der BWI gestalten

Neben der technologischen Modernisierung liegt der aktuelle Fokus von Bundeswehr und BWI darauf, Geschäftsprozesse weiterzuentwickeln und zu flexibilisieren. Angesichts veränderter geopolitischer Rahmenbedingungen müssen Systeme schneller reagieren können und stärker vernetzt arbeiten. Die aktuellen Digitalisierungsprojekte reichen von interoperablen Schnittstellen zu Partnersystemen über datenbasierte Prognose- und Planungssysteme bis hin zu modernen Recruiting- und HR-Lösungen. SASPF entwickelt sich damit immer stärker zu einer digitalen Plattform für datengetriebene Entscheidungen.

Diese Transformation erfordert ein starkes Team. Im ERP-Bereich der BWI arbeiten ein erfahrene Expertinnen und Experten ebenso wie Nachwuchskräfte mit neuen Perspektiven zusammen. Der Austausch zwischen Erfahrung und neuen Ideen ist Teil der BWI-Kultur. So kann jeder von jedem lernen. Zudem legt die BWI großen Wert auf Weiterbildung: Sie investiert gezielt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden – sei es im SAP-Umfeld, im Projektmanagement oder im Soft-Skill-Bereich.

SAP ist für dich mehr als nur ein Job?

Dann hast du bei uns die Möglichkeit, eines der größten ERP-Programme Europas mitzugestalten und zur Digitalisierung der Bundeswehr beizutragen. Die BWI heißt neue Mitarbeiter*innen, die sich für die ,,IT für Deutschland" engagieren möchten, herzlich willkommen. Wenn du unser Team unterstützen möchtest, dann freuen wir uns auf deine Bewerbung! Auf diesen Seiten kannst du dir vorab ein Bild über unsere aktuellen Jobangebote im Bereich ERP machen.

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